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Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird von Zecken übertragen. Mehr zu Symptomen, Risikogebieten und Therapie. Dazu: Wann eine Impfung sinnvoll ist, und wie Sie sich vor Zeckenstichen schützen
aktualisiert am 13.06.2014

Zecke im Anmarsch: Die kleinen Blutsauger können FSME und andere Krankheiten wie Borreliose übertragen

Panthermedia/Herbert Riemann

Was ist eine Frühsommer-Meningoenzephalitis?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Virusinfektion, die fast ausschließlich von infizierten Zecken übertragen wird. Stechen die winzigen Blutsauger zu, können sie den Erreger mit ihrem Speichel weitergeben.

Das FSME-Virus gehört zu der Gruppe der Flaviviren und ist verwandt mit den Erregern des Dengue- und Gelbfiebers. Neben dem in unseren Breiten vorkommenden zentraleuropäischen FSME-Subtyp gibt es auch noch weitere Subtypen.

FSME-Risikogebiete

In bestimmten Regionen Deutschlands ist eine Infektion wahrscheinlicher als in anderen – sie gelten als FSME-Risikogebiete. In diesen Landstrichen tragen bis zu fünf Prozent aller Zecken das FSME-Virus in sich. Verbreitet ist FSME außer in Deutschland auch in vielen anderen europäischen Ländern, in Russland und Asien. Mehr dazu im Kapitel "Ursachen / Risikogebiete".

In der "Zeckensaison" von März bis Oktober ist die Ansteckungsgefahr am größten. Doch auch im Herbst und sogar im Winter kommen Zeckenstiche vor, sind deshalb Infektionen möglich.

FSME: Welche Symptome sind typisch?

Das FSME-Virus löst nicht immer Symptome aus. Die Meisten spüren gar nichts von der Infektion. Etwa dreißig Prozent der Betroffenen leiden zunächst unter grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einer vorübergehenden Besserung bekommen sie einige Tage später erneut Fieber, dann oft mit hohen Temperaturen. Hirnhäute und Gehirn können sich entzünden (der Fachbegriff dafür lautet: Meningoenzephalitis). In manchen Fällen ist auch das Rückenmark betroffen (medizinisch: Myelitis). Je nach Schwere der Krankheit kommt es zu starken Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder Lähmungen.

Bei der Mehrzahl der Patienten heilt die Krankheit glücklicherweise vollständig wieder aus. Trotzdem ist FSME keine Bagatelle. Ist das zentrale Nervensystem betroffen, können Schäden zurückbleiben. Die Krankheit endet in durchschnittlich einem Prozent der Fälle sogar tödlich. Vor allem ältere Menschen über 50 Jahre, und darunter insbesondere die Männer, sind von schweren Verläufen bedroht.

Beratender Experte: Dr. med. Lothar Schmidt, Facharzt für Neurologie sowie Facharzt für Nervenheilkunde

W&B/Privat

FSME ist meldepflichtig. Jährlich erkranken in Deutschland einige hundert Personen. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher, denn die Symptome können bei einem milden Verlauf leicht mit einer gewöhnlichen "Sommergrippe", also einem grippalen Infekt verwechselt werden.

Vobeugung: Die FSME-Impfung

Gegen FSME gibt es eine Impfung. Sie wird Personen in Risikogebieten empfohlen. Der Hausarzt kann dazu beraten.

Wichtig sind außerdem Maßnahmen zum Schutz vor Zeckenstichen. So lässt sich gleichzeitig auch anderen Krankheiten vorbeugen, die von Zecken übertragen werden – beispielsweise der bakteriellen Lyme-Borreliose.

Erstmals beschrieben wurde FSME 1931 bei Waldarbeitern in Neunkirchen, Österreich. Sie zeigten Beschwerden, die denen der Kinderlähmung ähnelten. In den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gelang den beiden österreichischen Wissenschaftlern Moritsch und Krausler die Erregerisolierung und die genaue Beschreibung des Krankheitsverlaufes.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Bildnachweis: W&B/Privat, Panthermedia/Herbert Riemann
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